Granfondo Mont Ventoux: Sebastians erfolgreicher Start in die Rennrad-Saison

Der Schweizer Sebastian Fritz war für den R2C2 beim Granfondo Mont Ventoux am Start und konnte sich in einem starken Fahrerfeld eine Top-15-Position erkämpfen.

Trois, deux, un, go. 2000 Radrennfahrer traten am vergangenen Sonntag in Frankreich in die Pedalen. Auf zwei verschiedenen Routen über 80km respektive 137km wetteiferten die Jedermänner und -frauen am berühmten Chalet Reynard vorbei auf den Giganten der Provence.

Auf der anspruchsvollen Strecke über 137 km und 3250 Höhenmeter kämpfte auch der 38-jährige Sebastian Fritz und begann damit Covid-bedingt erst im September seine Rennsaion 2020. Fritz hatte an der Schweizer Ultracyclingmeisterschaft „Tortour“ über 1000 km im Zweiterteam seine Radsaison 2019 mit einem Sieg beendet.

Spitzengruppe setzt sich ab

Direkt nach einem hektischen Start setzte sich der Sohn der deutschen Rennbahnlegende Albert Fritz – einer der erfolgreichsten Sechstagefahrer der 70er Jahre – in der Spitze des großen Fahrerfeldes fest und konnte sich mit einer etwa 30-köpfigen Spitzengruppe am Col de l‘ Homme Mort vom großen Feld absetzen. Im Spitzenfeld befand sich neben Fritz auch die französische Hobbyradrenn-Elite, welche nach der Covid-Zwangspause austrainiert und motiviert in das Jedermann-Rennen gestartet war. Die Gruppe um Sebastian Fritz harmonierte über weite Strecken gut und baute ihren Vorsprung auf die Verfolger stetig aus.

Sebastian Fritz auf Erfolgskurs

Das Rennen wurde dann schlussendlich am einzigartigen Mont Ventoux in Form eines Ausscheidungsfahren entschieden, in welchem der Sieger Thomas Lemaitre mit einer beindruckenden Leistung von über 5.3 w/kg über 60 Minuten den Sieg vor dem ehemaligen Ag2r-La Mondiale-Profi Julien Bérard für sich entscheiden konnte. Sebastian Fritz fuhr ebenfalls ein starkes Rennen und konnte sich mit einer Zeit von 4h 25m und einem Durchschnitt von etwa 31 km/h auf Platz 13 gut positionieren. Er startete damit seine wohl kurze Rennsaison 2020 mit einem ersten schönen Erfolg.

Radrennen in Zeiten von Corona – es geht

Auch beim Grandfondo Mont Ventoux war lange nicht klar, ob er überhaupt stattfinden konnte, er wurde dann schlussendlich erst eine Woche vor dem Rennen von den örtlichen Behörden final bewilligt. Die Veranstalter scheuten keine Mühe und erstellten ein äußerst umfangreiches Schutzkonzept, an welches sich dann über 2000 Athleten diszipliniert hielten. So war das Tragen einer Maske bei der Nummernausgabe, beim Start und im Ziel zwingend erforderlich. Die übliche Sponsorenausstellung und die Nummernausgabe war sehr geräumig konzipiert und aufgebaut, was genügend Sicherheitsabstand zwischen den Besuchern erlaubte.

Der Veranstalter bestellte für alle Teilnehmer ein Covid-Trikot mit vier anstatt drei Rückentaschen, wovon eine extra für die Mundmaske reserviert war. Auf einen Bikepark und öffentliche Duschen wurde verzichtet, und es wurden auch keine ausgedruckte Resultatlisten aufgehängt um größere Menschengruppen zu vermeiden. Auch auf eine Siegerehrung der verschiedenen Alterskategorien wurde verzichtet, und nur die besten drei Fahrer wurden in einer schlichten Siegerehrung gekürt. Die Franzosen zeigten damit eindrücklich, dass auch in der heutigen Zeit größere Jedermannrennen möglich sind.

Vive le vélo, ses valeurs, véritable école de la vie.

Fotos: Sportograf, Veranstalter